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Nach einem sehr tiefen und über fünf Monate andauernden Schlaf möchte ich dieses Blog hier gerne wieder zum Leben erwecken. Der Grund, ich bin (natürlich via Twitter) auf diese Seite gestoßen:

Das Queens Museum of Art schenkt seinen mittlerweile mehr als 12.000 Followern freien Eintritt als Dankeschön. Interessant wäre es nun herauszufinden, wie viele Follower dieses Geschenk annehmen.

Vielleicht sogar mehr Freude.

Letzte Woche haben wir das ausprobiert. Ein Thema. Eine Idee. Eine leere Wohnung. Drei Leute. Drei Tage Vorbereitung. Drei Tage Werbung via Web und Zeitung. Geile Fotos von Volker Lannert aus dem Tonstudio der Internationalen Film-Union/Calmuth bei Remagen. Lampen aus unseren Kellern, Wohnzimmern und dem Baumarkt. Würstchen und Wein. Trash-Design. Rough and dirty.

Ausstellungslaufzeit: ein Abend

Plakat

Was soll ich sagen? Das geht. Das geht sogar sehr gut! Innerhalb von etwa drei Stunden besuchten fast 200 Menschen diese Ausstellung. Künstler, Beamte, andere Normalos, Coole, Familien, Alte, Junge, Kunstinteressierte, Studenten, Filmfreaks und was unsere Gesellschaft sonst noch so ausmacht. Das Beste dabei: noch nie haben wir so viele Menschen gesehen, die während einer Ausstellung miteinander redeten, sich austauschten uns Anregungen gaben. Das Zweitbeste: Um diese Zusammensetzung von Besuchern, dürfte uns manches Museum beneiden. Zumindest die, die nur von Silberrücken besucht werden.

Geil! Das macht Freude. Offenbar gibt es ein breites Interesse für Ausstellungen, die außerhalb der etablierten Kulturinstitutionen statt finden. Wo es was zu entdecken gibt, was nicht alltäglich ist. Wo man so sein darf, wie man ist.

Ein paar Impressionen zur Ausstellung gibt es HIER.

Was denken Sie darüber?

…. wenn man sie von Studenten machen lässt.

Was ich davon halte, wenn das in einem Nationalmuseum geschieht, bringe ich in einem Artikel in meinem Hausblog Kulturelle Welten und den Kommentaren zum Ausdruck.

Wenn Sie dazu auch eine Meinung haben, würde ich mich freuen, wenn Sie sich dort an der Diskussion beteiligen würden.

Zum ersten Mal sah ich diese Minicards in Delft. Im dortigen Tourismusbüro.

Klein aber fein!

Präsentiert auf einem Ständer eignen sich diese Kärtchen in bester Weise, auf die Highlights der Kulturszene einer Region aufmerksam zu machen. Auf alle! Auf kleine wie große Museen, auf Botanische Gärten wie Restaurants. Ihre Größe liegt darin, dass sie so klein sind. Klein genug, um sie ins Portemonnaie stecken zu können.

Ob sich die Minicards als Werbemedium durchsetzen werden, ist noch abzuwarten.
Ich finde sie klasse! Weil sie so klein sind….

Diesmal habe ich (noch) keine Kulturidee. Aber eine Frage, die ich oben gestellt habe. Da ich gerade dabei bin ein Konzept zur obigen Fragestellung zu erstellen, würde ich gerne Meinungen dazu hören, gute Praxisbeispiele kennenlernen, usw. Ich weiß, wie lange ich mir seiner Zeit alleine über die Kategoriestruktur bei kulturlabskaus.de Gedanken gemacht habe, jetzt will ich noch ein Stück weitergehen und die ganze Vielfalt der Kultur einer Stadt abbilden.

Ich werde über das Projekt hier berichten, bis dahin nutze ich Eueren Potential um eine Sammelbörse hiermit zu eröffnen. Das Projekt soll noch in diesem Jahr beginnen. Mir schwebt eine Redaktion vor, die ca. drei Mitarbeiter in Vollzeit umfasst. Die Struktur muss eine klare Gliederung nach Stadtteilen, Zielgruppen und Angebotsarten aufweisen. Katalogfunktion für Bestehendes und Newsbereich für Aktuelles sind Pflicht. Was noch?

Die Idee ist so simpel, dass es mich wundert, warum noch niemand vorher draufgekommen ist. Meine Lieblingsband Element of Crime tourt gerade im deutschsprachigen Raum und zeichnet die Konzerte auf. Am Ende werden sie bei iTunes verkauft. So kann ich genau das Konzert, das wir letzten Samstag gesehen haben erwerben, was ich natürlich auch gerne tun werde.

Die Distribution über iTunes ist z.B. über Tunecore sehr einfach. Dort kann man schon ab $ 19,98 jährlich plus einmalig je $ 0,99 pro Song, die eigene Musik in iTunes platzieren. Alle Einnahmen gehen hierbei komplett an den Anbieter der Musik. Einen Vergleich weiterer Dienste habe ich hier gefunden. Zeichnet also auf und erfreut mich mit der Möglichkeit mein Geld loszuwerden ;) .

Mit Augmented Reality-Anwendungen lassen sich in vielen Kultureinrichtungen spannende Dinge entwickeln. Vor allem Museen scheinen dafür prädestiniert zu sein. Das folgende Beispiel zeigt, wie dort dank Augmented Reality ganz neue Erfahrungen sammeln kann. Eine Zeichnung ist eben nicht mehr nur eine Zeichung und für viele ist es wahrscheinlich spannender, bei einer Führung einem virtuellen Ballon zu folgen als einer KunsthistorikerIn, die versucht, ihre Schäfchen zusammen zu halten.

Aber nicht nur vor Ort lassen sich solche Anwendungen einsetzen. Schon im Vorfeld können mit ihrer Hilfe spannende Werbekampagnen kreiert werden, bei denen das Mitmachen Spaß macht. Die Promotion des BMW Z4 hat für mich in dieser Hinsicht Vorbildcharakter. BMW setzt dabei nicht nur auf Augmented Reality, sondern nützt auch konsequent mehrere Social Media-Kanäle (mit dem Klick auf die Grafik gelangen Sie auf die BMW Z4-Seite).

Wenn Sie sich das 3D-Symbol downloaden und anschließend die BMW-Paintbrush-Software installieren, dann können Sie Ihr eigenes BMW-Kunstwerk schaffen und es anschließend gleich auf die Facebook-Fanseite laden. Klar, dass es das dazu passende Video auf YouTube gibt.

Haben Sie eine Idee, wie so eine Aktion bei Ihnen aussehen könnte?

Prometheus bekennt Farbe - ein Ausstellungsprojekt im Walraff

Wer gedacht hat, dass Andreas Blühm, Direktor des Wallraf/Köln, sich beleidigt in die Schmollecke zurückzieht, nachdem man dem Wallraf und allen anderen Kultureinrichtungen Kölns mal rasch 12,5 % des Etats gestrichen hat, damit der neue Bürgermeister sich in Form eines neuen Schauspielhauses verewigen kann, der hat sich getäuscht. Die angekündigte Stradivari-Ausstellung muss nun verschoben werden. Schade! Doch statt zu jammern und zu klagen, was im Rheinland ohnehin nicht gut ankommt (Alaaf!), zaubert Blüm sofort Plan B aus der Schublade und lässt die Museumsbesucher dabei zusehen, wie ein Gemälde restauriert wird. Ich bin mir sicher, der hat auch noch Plan C auf dem Nachttisch liegen – und zusätzlich ein Augenmerk auf die Leitung eines anderen Museums außerhalb Kölns. [Kölner Kulturpolitik ist wirklich gnadenlos dämlich. Hier wird nicht Leistung belohnt, sondern Anämie und Unterwürfigkeit. Dazu an anderer Stelle demnächst mehr.]

Doch das Wallraf geht weiter und zeigt anderen Kunstmuseen, wie man heute ein Kunstmuseum bespielt. Warum werden Besuchern eigentlich nicht häufiger die einzelnen Arbeitsbereiche eines Museums vorgestellt? Vollends begeistert werde ich allerdings erst dann sein, wenn Andreas Blühm und andere Museumsdirektoren die Besucher in den Planungsprozess von Ausstellungen einbeziehen. In die Themenwahl und die weitere Ausgestaltung einer Ausstellung. Warum keinen Kinder- und Jugendlichen-Beirat einrichten, der Hinweise darauf gibt, was die Youngsters sich in einem Museum wünschen? Warum kein Senioren-Gremium? Eine Frauengruppe? Einen Männerclub? Ich bin mir sicher, dass unsere Museen sehr anders aussähen, wenn kompetente Experten von der Besucherseite die Kuratoren und Direktoren unterstützen würden. Kinder, Alte und Gereiste. Menschen, deren Horizont weit über den Horizont hinausreicht, den ein einzelner Museumsdirektor haben kann.

DAS GEHT! DAS GEHT SOGAR SEHR GUT…. Wenn man Grips hat – und Größe……

Mehr Infos zum Wallraf hier und zu „Prometheus bekennt Farbe“ an dieser Stelle.

Vor einiger Zeit stellte die Stuttgarter Zeitung eine Kooperation zwischen Kunst und Sozialsektor vor. Das Projekt „Loony Design“ , bei dem Kunststudenten der Stuttgarter Kunstakademie ungewöhnliche Alltagsgegenstände entwerfen, die von psychisch Kranken in sechzehn Behindertenwerkstätten produziert werden. Das Projekt bringt beiden Seiten Vorteile.

Die Behindertenwerkstätten litten unter einem Auftragsrückgang, weil vieles von dem, was sie ansonsten für die Industrie herstellten, in billiger produzierende Länder verlagert wurde. Und andererseits viele der üblichen Produkte die psychisch Kranken zu wenig forderten, was sich mit Loony Design nun verändert hat: „Statt immer nur zu basteln, Mandalas zu malen und Blumenampeln aus Makramee zu knüpfen, fertigen sie Designerware, die man nicht aus Mitleid, sondern aus Lust kauft“ (C. Keck, StgtZ, 25.11.09).

Die Kunststudenten ihrerseits haben die Chance „verrückte“ Dinge zu entwerfen, die auch umgesetzt und verkauft werden. Die enge Kooperation mit den psychisch Kranken empfinden viele als Bereicherung ihrer Perspektive (s. Projekt-Webseite). Und sie freuen sich natürlich, dass sie mit ihren Entwürfen die Arbeit der Menschen in den Behindertenwerkstätten aufwerten und interessanter machen können.

Insgesamt ein schönes Beispiel dafür, was sich so ergeben kann, wenn man als Institution die üblichen Pfade und Gewohnheiten verlässt uns sich auf die Suche nach ganz anderen Kooperationspartnern macht. Bestimmt gibt es noch mehr Beispiele dafür, wie Kunst die Grenzen zu anderen Sektoren – wie dem Sozialbereich – überschreiten und neue Erfahrungen sammeln kann.

Die Autorin: Dr. Brigitte Reiser ist Beraterin und Bloggerin mit dem Schwerpunkt gemeinnützige Organisationen, Social Media und Stakeholder-Management

Vor wenigen Tagen hat MediaFuturist Gerd Leonhard in München einen Vortrag zum Thema „Media 2.0: Mobile, Social, Open…Free?“ gehalten. Wie immer stellt er von seinen Vorträgen eine Videoaufzeichnung (so jemand seine Präsentation aufgezeichnet hat) und die Folien zur Verfügung.

In seinen Slides ist mir vor allem Folie Nummer 9 aufgefallen: „Content ist first a service & an experience – and only then (maybe) a Product.“ Diesen Zugang würde ich mir auch von Kunst- und Kultureinrichtungen wünschen.

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