Die Kulturbetriebe reagieren auf die recht schnellen Entwicklungen im Markt der mobilen Anwendungen nicht zögerlich, sondern gar nicht. Dabei bieten die gerade entstehenden Plattformen eine einfache und schnelle Möglichkeit den eigenen Standort bekannt zu machen. Es gibt da unzählige Beispiele, an dieser Stelle möchte ich auf Gowalla hinweisen. Dieses kostenlose Spiel erlebt im Moment einen sehr großen Hype, obwohl es vorerst nur für das iPhone verfügbar ist.
Dabei geht es darum Bestimmte Orte zu besuchen und dort über die Oberfläche einzuchecken um virtuelle Goodies zu erhalten. Dabei kann jeder die Orte anlegen, der einen kostenlosen Account besitzt. Selbstverständlich findet man dort von Privatwohnungen bis Hamburgerketten fast alles. Nur nicht die Kultureinrichtungen, die haben es einfach nicht nötig . Wie es geht erklärt folgendes Video (nur Ausschnitt, Rest bei Vimeo):
Das Video von den Kollegen von Pl0g hat mich dazu animiert diese kostenlose Anwendung zu testen und ich habe mich gewundert, dass ich in meiner Stadt diverse Kneipen, aber kein einziges Theater, oder Museeum gefunden habe. Ehrlich gesagt, ich könnte sie anlegen, aber wozu?
In sehr naher Zukunft werden Ortsbezogene Dienste eine sehr große Rolle spielen. Das Rennen um die Positionierung hat begonnen. Im Moment bleibt es auf der spielerischen Ebene, die wird aber zunehmend kommerzieller Nutzung weichen. Die Menschen lernen schnell ihre Werkzeuge zu benutzen. Vielleicht ist es aber genau das Problem, welches kulturelle Einrichtungen damit haben. Vor 1000 Jahren gab es Theater auch schon, das iPhone nicht.
Die kostenlose Anwendung erlaubt die Kommunikation in Echtzeit mit mehreren Partnern. Gerade im Kulturbereich, wo Projektarbeit fast immer die Regel und Geld fast nie da ist, kann Wave eine sinnvolle Ergänzung zu den vorhandenen Werkzeugen bieten. Jeder ist zu jedem Zeitpunkt über die ToDos, Stand der Dinge, usw. informiert und kann das Getane allen mitteilen. Immer und Überall. Auch die vorgesehenen Erweiterungen, wie z.B. Standortanzeige, Videokonferenzen, Tonaufzeichnung, usw. bieten gegenüber der E-Mail-Kommunikation über einen Verteiler einen Vorteil. Dass aber alles in Echtzeit stattfinden, wo ich beobachten kann was der Andere tut, ist schon Vorteil genug.
Das nenne ich Werkzeuge für die Kulturschaffenden im 21. Jahrhundert .
Einer Idee verfolgend, erstellt man einen Plan für eine Ausstellung, Theaterstück, Performance, oder einer ähnlichen Ausdrucksform. Dabei achtet man kleinlichst darauf, dass nichts schief geht. Vielleicht wäre es oft eine willkommene Abwechslung, die potentiellen Zuschauer einzubinden. Deren kleine Fehler und die Interaktion miteinbezogen.
Immer, wenn die Rezipienten einen Beitrag leisten dürfen können sind sie die besten Multiplikatoren für das Ereignis. Da wäre ein rechtzeitig angekündigter Fotowettbewerb (mit einer Ausstellung verbunden), oder eine Freikarte für die Premiere, bei der man verkleidet erscheint, oder einfach eine Möglichkeit sich irgendwie zu beteiligen sehr vorteilhaft. Selbst, wenn es dynamisch wird, weil keiner weiß was er von der anderen Seite zu erwarten hat, entsteht vielleicht etwas neues womit man arbeiten kann.
Es gibt leider oft sehr große Diskrepanz zwischen dem, was „einfache“ Menschen leisten können und die Kulturprofis als vollwertig empfinden wollen tun. Aber es gibt nur die beiden Seiten und sich zu respektieren kann doch nicht schaden?
Zugegeben ich habe diesen Tip schon irgendwo auf Allgemeinheit bezogen gelesen, finde den Beitrag aber nicht wieder. Die Beiträge der Kultureinrichtungen sollten mit einem Hashtag und einer verkürzten URL ausgestattet sein. Das erleichtert die Berichterstattung in sozialen Medien, aber auch den späteren Monitoring.
Es gibt Initiativen, die fast spontan entstehen, wachsen und Neues kreieren nur, weil man dafür einen Ort bekommen hat. Im Moment beteilige ich mich an einem Projekt, die eine temporäre Nutzung von Flächen, sich zum Ziel gesetzt hat. Das Autonome Architektur Atelier (AAA) organisiert es in diesem Jahr zum Dritten mal.
Möglich wurde das Projekt AufAuf!, weil die Stadt Bremen eine Genehmigung der Nutzung einer brachliegenden Fläche erteilt hat. Die Organisatoren vom AAA haben, als dies feststand Künstler die sie kannten via E-Mail angeschrieben, mit der Bitte es weiterzuverbreiten. So entstand eine bunte Mischung aus diversifizierten Kulturangeboten. Von der Aufführung von „Warten auf Godot“, über Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, mehr oder weniger skurrile Raumobjekte, bis zu Technopartys ist in diesen Tagen Alles hier vertreten. So wie z.B. meine Fotoausstellung auf aus Palettenholz gebastelten Gestellen.
Alle organisieren sich selbst, fassen bei dem Nahbar mit an und sind zufrieden ein Teil des Ganzen zu sein. Natürlich gibt es keine Gagen, aber am Marketingmodell lässt sich sicherlich noch feilen. Fazit: Auch, wenn es diesen Ort in wenigen Tagen nicht mehr geben wird, so werden viele Besucher es in Erinnerung behalten, als eine willkommene Abwechslung in der partizipativen Kultur. Foto: Norbert Hayduk.
Smithsonian, der weltweit größte Museumskonzern, macht sich Gedanken über die eigene Zukunft. Ganz im Sinne des Social Web wird da nicht einfach so eine Strategie entworfen und dann umgesetzt, sondern man fragt diejenigen, für die die ganze Arbeit ist, die BesucherInnen.
„where do you see the Smithsonian’s museums and websites going in the future? How can we make education more relevant to you in a digital age?“
lauten die Fragen, die in Form eines Videos auf YouTube verbreitet werden.
Wollen Sie darauf antworten, dann sollten Sie auch das Videoformat nutzen und Ihre Ideen z.B. per Webcam oder per Handycam aufnehmen und als Videoantwort in die entsprechende Gruppe auf YouTube stellen. Ergänzend dazu gibt es ein eigenes Wiki, in dem noch einmal ausführliche Informationen zum Projekt und auch zum Prozedere zu finden sind.
Mir gefällt die Idee. Auf dem New Curator Blog, wo ich auch auf diese Aktion aufmerksam geworden bin, wird kritisiert, dass Antworten nur im Videoformat möglich seien. Ich denke auch, dass das eine Hürde darstellt und sich die Beteiligung dadurch wahrscheinlich in Grenzen hält. Aber seine Kunden zu fragen, wie sie die Zukunft des Hauses sehen, das ist eine Idee, die eigentlich fast alle Kunst- und Kultureinrichtungen nachmachen können.
Auf dem New Curator Blog habe ich ein sehr interessantes Video gefunden, das zeigt, wie sich mit Hilfe der uns zur Verfügung stehenden Technologien die Vergangenheit rekonstruieren lässt. Die Überschrift „Augmented Reconstruction“ trifft es, denke ich, recht gut. Aber sehen Sie selbst:
Vor allem für archäologische Museen ist das ein spannender Ansatz, wie Pete im New Curator Blog schreibt. Das Video zeigt ein Beispiel aus den Niederlanden. Kennt jemand noch andere Museen, die in diese Richtung experimentieren?
In einem Theater schnell mal ein Bild mit dem Handy zu machen ist in der Regel verboten. Man kann also keine Empfehlung im eigenen Blog mit einem Bild untermalen, oder im Gespräch mit Freunden das tolle Bühnenbild zeigen. Ich würde mir wünschen, dass dieser sinnloser Verbot, der bedingungslosen Erlaubnis überall weichen würde.
Eine gut funktionierende Infrastruktur, zu der auch die entsprechenden Geschäftslokale und Dienstleister gehören, sind die Voraussetzung dafür, dass eine Stadt bzw. ein Stadtteil sich entwickeln kann. Was passiert, wenn diese Geschäfte plötzlich nicht mehr existieren, kann man immer wieder erleben. Die Gegend wird unattraktiv und damit setzt sich eine Abwärtsspirale in Gang, die nur schwer wieder zu stoppen ist.
Auf der anderen Seite ist es eine Tatsache, dass wir in vielen Museen immer nur die Spitze des Eisbergs in den Ausstellungen sehen. Unzählige Kunstgegenstände lagern in den Depots, ohne Chance, jemals von uns entdeckt zu werden.
Bernd Röthlingshöfer hat auf seinem Blog eine interessante Idee entdeckt, die Möglichkeiten eröffnet, beide Probleme gleichzeitig zu lösen. In seinem Blogpost „Was tun gegen leerstehende Ladenlokale? Curiosity Shops einrichten!“ berichtet er von einem Projekt aus England. Dort zieren nicht mehr leere Plakate aufgelassene Geschäftslokale, sondern originelle Wanderausstellungen von Museen. Wie so etwas aussehen kann, beschreibt ein Artikel auf 24HourMuseum, der Bernd Röhtlingshöfer zu seinem Beitrag inspiriert hat.
Curiosity Shops gibt es in England zwar schon seit einiger Zeit, bis zu uns hat sich die Idee leider noch nicht herumgesprochen. Ich gehe hier in Wien fast jeden Tag an einigen Lokalen vorbei, die leerstehen und darauf warten, wieder genutzt zu werden. Wäre das nicht mal was?
In diesem Blog sammeln wir Beispiele und Ideen, die die Kulturwelt bunter und schöner machen. Hier geht es nicht um die künstlerische Leistung, sondern um das Drumherum, das Kulturbetriebe sympathisch und Besucher zufrieden macht.
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