Kulturblogger Christian Holst hat vor einiger Zeit eine ganz interessante Serie gestartet, in der er über Best Practice-Beispiele aus dem Kunst- und Kulturbereich berichtet. So ganz entfernt von der Grundidee dieses Blogs ist er damit nicht und daher möchte ich gerne sein letztes Beispiel, die Kulturdatenbank, aufgreifen.
In Berlin hat man so Christian Holst, die Qual der Wahl, wenn man dort einen Theaterabend verbringen will. Ein Glück, dass es einen Online-Theaterspielplan gibt, der einen dabei unterstützt, nicht den Überblick zu verlieren.
Eigentlich ist diese Datenbank eine feine Sache, denn ich kann mich dort schnell darüber informieren, wann wo was läuft. Ein Problem bleibt dabei allerdings: manche Titel und Inhalte sagen mir nicht viel, was schade ist, denn unter Umständen verpasse ich so einen genialen Theaterabend.
Wenn man jetzt bei diesem Online-Theaterspielplan als UserIn unten einen Kommentar einfügen könnte, dann hätten andere die Möglichkeit, sich an diesen „Bewertungen“ zu orientieren. So wie bei Amazon oder auch bei den Hotelbewertungsplattformen.
Die Gefahr, dass unsachliche Kritik potenzielle BesucherInnen vom Besuch abhält, schätze ich eher als gering ein, denn wir sind mittlerweile dazu in der Lage, zwischen konstruktiver und völlig unsachlicher Kritik zu unterscheiden. Vielleicht traut man sich in Berlin ja an eine solche Erweiterung des Angebots heran? Dann könnten wir dieses Angebot hier im Blog empfehlen und die BesucherInnen könnten auf der Website ihre Empfehlungen loswerden. Also Empfehlung auf zwei Ebenen.
Das wär doch was, oder?



Da bin ich skeptisch. Was bringen einem 10 subjektive Meinungen zu einem Stück? Das schafft glaub ich mehr Verwirrung, als dass es hilft. Da würde ich eher empfehlen, die von den meisten Theatern veröffentlichten Presseschauen zum jeweiligen Stück zu lesen.
Im Konzertbereich würde das ohnehin nicht greifen, da es sich in der Regel um ein- oder zweimalige Aufführungen handelt. Was man noch nicht gehört hat, kann man schlecht kommentieren
zehn Meinungen, die nicht den Anspruch haben, objektiv zu sein, bringen mir mehr als die Versuche, objektiv sein zu wollen. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich in einer Presseschau auch nur zehn subjektive Meinungen erhalte.
Und klar: wenn es ein einmaliges Konzert ist, dann wird das mit der Bewertung schwierig.
Es sollte ja auch nur ein Angebot sein und keine Pflicht.
Etwas liegt mir aber noch am Herzen: ich glaube nicht, dass zehn verschiedene und subjektve Meinungen über ein Konzert für Verwirrung sorgen. Wir sind durchaus in der Lage, solche Bewertungen sehr differenziert zu betrachten und die Informationen herauszulesen, die für uns relevant sind. So dumm sind wir gar nicht…
Wichtig sind die Zwischentöne, sowohl bei den Hotels, als auch bei Büchern oder Konzerten. Ob jemand Hotel, Buch oder Konzert gut oder schlecht fand, interessant dann höchstens am Rande.
Dass Theaterkritiken auch nur subjektive Meinungen sind, stimmt natürlich. Ich halte die Bewertung eines Theaterabends einfach für eine heile Sache und entsprechende Meinungen dazu für wenig hilfreich bei der Orientierung. Aber auch das ist nur eine Meinung.
Wenn man sich Amazon zum Vorbild nimmt, müsste es ja eher so aussehen: „Wer diese Aufführung besucht hat, interessiert sich auch für…“
Ich dachte bei Amazon eher an die Kundenrezensionen. Die Empfehlungen sind ja eher ein Amazon-Service… Die Kundenrezensionen haben schon des öfteren dazu geführt, dass ich ein Buch gekauft bzw. nicht gekauft habe. Aber das muss natürlich nicht bei allen so sein.
Empfehlungen helfen mir das Angebot einzuschränken. Oft ist meine Frage nicht, ob ich mit etwas ansehe, sondern welches der zahlreichen Angebote.
Die Meinungen über ein Theaterstück sind gerade deswegen wertvoll für mich, weil sie subjektiv sind. Hier muss ich Christian zustimmen, auch die Pressemitteilungen sind subjektiv, ganz abgesehen von den oft zweifelhaften Kritiken.
Ich lese die Empfehlungen gerne und entscheide aber nicht immer aufgrund dieser, ob ich mir eine Karte hole, oder nicht. Ich bin aber schon mal vorbereitet darauf, wie einzelne Aspekte wirken könnten, was auch nicht heißt, dass ich diese letztendlich genauso empfinde.