Die kostenlose Anwendung erlaubt die Kommunikation in Echtzeit mit mehreren Partnern. Gerade im Kulturbereich, wo Projektarbeit fast immer die Regel und Geld fast nie da ist, kann Wave eine sinnvolle Ergänzung zu den vorhandenen Werkzeugen bieten. Jeder ist zu jedem Zeitpunkt über die ToDos, Stand der Dinge, usw. informiert und kann das Getane allen mitteilen. Immer und Überall. Auch die vorgesehenen Erweiterungen, wie z.B. Standortanzeige, Videokonferenzen, Tonaufzeichnung, usw. bieten gegenüber der E-Mail-Kommunikation über einen Verteiler einen Vorteil. Dass aber alles in Echtzeit stattfinden, wo ich beobachten kann was der Andere tut, ist schon Vorteil genug.
Das nenne ich Werkzeuge für die Kulturschaffenden im 21. Jahrhundert
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Sagen wir, es ist eines von vielen Werkzeugen, die uns zur Verfügung stehen. Ich habe das Glück, Google Wave seit kurzer Zeit ausprobieren zu dürfen.
Die Aktualität ist faszinierend und es lassen sich die unterschiedlichsten Medien einbinden. Aber ich sehe auch die Gefahr, dass die Sache schnell unübersichtlich wird, wenn zu viele Personen zu viele Inhalte in einen Themenstrang eingeben. Da braucht es dann zusätzlich noch andere Tools.
Irgendwie ist es ja schon witzig. Wir versuchen seit ewigen Zeiten, die Zusammenarbeit zu optimieren und arbeiten mittlerweile mit technologisch hochwertigen Tools. Und trotzdem hat sich eigentlich bis heute nichts geändert.
Danke Christian, da sind wir ja bei meinem Lieblingsthema!
Hat die Email tatsächlich zu einer Effizienzsteigerung geführt? Nach meiner Beobachtung hat ein Symphonieorchester vor 20 Jahren mit Fax und Telefon die gleiche Anzahl an Konzerten und Tourneen auf die Beine gestellt wie heute. Übrigens mit der gleichen Zahl an Mitarbeitern (im Marketing teilweise weniger!). Wo früher ein ausführliches Telefonat reichte, um einen Künstler zu verpflichten, schreibt man sich heute unzählige Emails. Ich glaube, dass eine fortschreitende Unverbindlichkeit zu beobachten ist, die wiederum Zeit kostet und die Geschwindigkeit neuer Medien teilweise relativiert.
@Hagen Kohn: die Frage nach der Effizienzsteigerung würde ich mit einem Ja beantworten. Alleine die Tatsache, dass wir mit Hilfe der Email asynchron kommunizieren können, spart Zeit. Ich muss, um Dir eine Nachricht zu schicken, nicht mehr zur Post gehen.
Auf der anderen Seite gibt es die von Dir beschriebene Unverbindlichkeit, die den Vorteil wieder zunichte macht. Das Problem ist also in einer gewissen Weise der Mensch und nicht die Email.
Ob der Output heute wirklich nicht höher ist als vor 20 Jahren, kann ich nicht sagen. Wenn er heute höher sein sollte als früher, dann ist die Steigerung auf alle Fälle nicht besonders groß.
Aber genau die Aussicht auf Effizienzsteigerung verführt uns ja immer wieder, wenn es darum geht, neue Tools auszuprobieren.
Der Vorteil von Wave ist, dass es ein Mix aus asynchroner und synchroner Kommunikation ist. Man kann sie also wie eine Mail und/oder wie ein Chat verwenden, oder gar Videokonferenzen usw. darin Führen.
Die von Christian angesprochene Unübersichtlichkeit würde ich negieren. Genaus das Gegenteil ist der Fall. Ich kann mit mehreren, gleichzeitig Kommunizieren und es bleibt übersichtlich. Das gleiche über einem E-Mail-Verteiler zu erledigen ist eine Horroraufgabe. Bei Wave kann ich jederzeit jemanden dazu holen und er ist auf dem aktuellen Stand, kann sogar den Verlauf der Diskussion sich anschauen.
Die angesprochene Unverbindlichkeit kann ich eigentlich auch nicht nachvollziehen. Bei E-Mail habe ich eine schriftliche, bei einem Telefonat „nur“ eine mündliche Zusage. So oder so, mit Menschen die Vereinbarungen nicht einhalten, arbeite ich einfach nicht.
@Norbert: ich habe mich erst gestern durch so einen Themenstrang durchgewühlt, an dem fast 100 Leute teilnehmen. Vielleicht bin ich noch nicht wirklich geübt genug, um schnell das zu finden, was ich suche. In dem Fall hat es aber ziemlich lange gedauert.
Zum Thema Unverbindlichkeit: ich wollte damit sagen, dass die verschiedenen Tools dazu geführt haben, dass wir teilweise weniger konkret sind. Ein Beispiel: früher hat man ein Treffen fix ausgemacht, indem man Ort und Zeit festgelegt hat. Heute sagen wir oft: rufen wir uns zusammen.
Oder der Ort wird nicht festgelegt, etc. Je mehr wir uns in Richtung Echtzeitkommunikation bewegen, desto kurzfristiger fällen wir unsere Entscheidungen.
@Christian Das ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass die Kommunikation, wenn keine Regel festgelegt werden unübersichtlich werden kann. Hier ist natürlich Disziplin gefragt. Das ist aber nicht nur bei Wave so, eine Podiumsdiskussion wird auch unverständlich, wenn alle gleichzeitig reden.
Das mit der Echtzeitkommunikation und Kurzfristigkeit ist ein interessanter Einwand, so habe ich es noch nicht gesehen. Bin mir allerdings nicht sicher, ob da Kausalitäten bestehen. Vielleicht ist es auch so, dass man sich heutzutage viel Todos setzt, die man eh nicht abarbeiten kann?
@Norbert: das meinte ich mit der Unverbindlichkeit. Wir sind weniger diszipliniert und handeln immer häufiger nach der Maxime: schauen wir mal. Früher funktionierte das nicht, weil wir nur das Festnetztelefon hatten. Heute können wir dank Handy von fast jedem Ort zu jeder Zeit kommunizieren. Die verbindliche Vereinbarung ist, im Gegensatz zu früher, so nicht mehr nötig.
Und was den letzten Satz angeht, da gebe ich Dir 100%ig Recht. Die Frage wäre vielmehr, ob unsere Produktivität nicht sogar abgenommen hat?
@Christian Das halte ich für möglich. Wenn ich z.B. an die Entarsien in Euerem wunderschönen, kunsthistorischen Museum in Wien denke, dann beeindruckt mich insbesondere der Zeitaufwand der Herstellung.
Sich auf wenige Sachen besinnen und die dann richtig machen? Dadurch die Produktivität erhöhen? Output + Qualität = Güte? Will ich ein Sklave der Herstellung sein? (< mit Augenzwinkern gemeint)
Ich denke, dass Beides richtig sein kann, solange eine Absicht dahintersteht. Allerdings ist das Wort "Produktivität" nicht der richtige Maßstab für kreative Arbeit. Denn ich kann statt diesem, 10-20 andere Kommentare schreiben, wo ich mich in die Inhalte nicht sehr vertiefe. Ist meine Produktivität dadurch gestiegen?
@Christian @Norbert
Ich bin auch der Meinung, dass nicht neue Medien oder Kommunikationsformen das Problem sind (in Bezug auf die Email gilt das „neu“ eigentlich nicht mehr), sondern die Art und Weise, wie wir damit umgehen. Ich hatte noch nicht die Gelegenheit Wave auszuprobieren, aber wenn es dazu dient, verschiedene Kommunikationsebenen in einem Tool zu verbinden, ist dies sicherlich sinnvoll und vielleicht sogar Zeitsparend.
Generell bin ich aber der Ansicht, dass wir mit der wachsenden Zahl an Netzwerken, Plattformen und Web 2.0 Anwendungen stärker selektieren müssen. Die Frage sollte nicht lauten „was kann ich alles machen“, sondern „was macht für mich/ für mein Unternehmen wirklich Sinn“?
Meine ganz subjektive Erfahrung ist, je mehr ich parallel mache, desto oberflächlicher (und letztlich unbefriedigender) ist das Ergebnis.
@Hagen: ja klar. Wer die Tools für seine Arbeit nutzt, muss einfach die Frage nach der Sinnhaftigkeit stellen. Nur weil alle das machen zu twittern, ist ziemlich unsinnig. Aber ich denke, da sind wir eh alle einer Meinung, oder?
@Hagen Das kann ich so unterschreiben, jeden Satz?
@Christian Wie, Du hast den Sinn von Twitter herausgefunden? Lass mich bitte wissen.
@Norbert: ja, für mich macht Twitter durchaus Sinn:
- ich finde dort schnell und aktuell nützliche Informationen
- ich kann Fragen stellen und erhalte entsprechende Antworten
- Kurzkommunikation, z.B. Terminvereinbarung ist auf Twitter besser aufgehoben als in der Mailbox
- die Info über meine Blogbeiträge wird verbreitet
- ich habe eine Plattform, über die ich auf interessante Themen hinweisen bzw. verlinken.
Reicht das?
@Christian Na klar, so nutze ich Twitter auch. Es ging aber auch früher ohne.
Auch wenn ich bislang nur reingeschnuppert habe in Googlewave, scheint es mir auch ein Super-Tool zu sein. Wenn es nur nicht von Google wäre!
@Kulturblogger: ich finde Google Wave auch sehr spannend. Ein Problem, dass das Angebot von Google kommt, habe ich aber nicht. Datenmissbrauch kann auch ein kleines Unternehmen betreiben, die Konsequenzen wären gleich.
Das fertige Produkt wird Google im Open Source Modell anbieten. Dann kann man Wave auf eigenem Server installieren und die Datenmissbrauchsproblematik stellt sich erst gar nicht.
Die Frage ist doch, wo die Daten sicherer sind?
ich auch
Bin halt nur von der anderen Seite gekommen…