Mit Augmented Reality-Anwendungen lassen sich in vielen Kultureinrichtungen spannende Dinge entwickeln. Vor allem Museen scheinen dafür prädestiniert zu sein. Das folgende Beispiel zeigt, wie dort dank Augmented Reality ganz neue Erfahrungen sammeln kann. Eine Zeichnung ist eben nicht mehr nur eine Zeichung und für viele ist es wahrscheinlich spannender, bei einer Führung einem virtuellen Ballon zu folgen als einer KunsthistorikerIn, die versucht, ihre Schäfchen zusammen zu halten.
Aber nicht nur vor Ort lassen sich solche Anwendungen einsetzen. Schon im Vorfeld können mit ihrer Hilfe spannende Werbekampagnen kreiert werden, bei denen das Mitmachen Spaß macht. Die Promotion des BMW Z4 hat für mich in dieser Hinsicht Vorbildcharakter. BMW setzt dabei nicht nur auf Augmented Reality, sondern nützt auch konsequent mehrere Social Media-Kanäle (mit dem Klick auf die Grafik gelangen Sie auf die BMW Z4-Seite).
Wenn Sie sich das 3D-Symbol downloaden und anschließend die BMW-Paintbrush-Software installieren, dann können Sie Ihr eigenes BMW-Kunstwerk schaffen und es anschließend gleich auf die Facebook-Fanseite laden. Klar, dass es das dazu passende Video auf YouTube gibt.
Haben Sie eine Idee, wie so eine Aktion bei Ihnen aussehen könnte?



Also mehr als advocatus diaboli möcht ich sagen, dass der Knackpunkt ihn deinem Text für mich ist: “als einer KunsthistorikerIn, die versucht, ihre Schäfchen zusammen zu halten”.
Denn in diesem Fall könnte es schon stimmen, dass der virtuelle Ballon die bessere Lösung ist, aber dann läuft ja schon was schief, was nicht schief laufen sollte/dürfte!
Der Maßstab ist für mich eben nicht die KH, die ihre Schäfchen mühsam zusammenhält, sondern die KH, der die Schäfchen leidenschaftlich nachhecheln (pointiert formuliert) … und dann kann ein solcher Ballon ziemlich schnell ziemlich alt und vor allem leidenschaftslos aussehen
Und genau das kennen wir doch auch von den Autos! Dass nämlich der Unterschied zwischen schneller und nachhaltiger Schönheit enorm ist.
Beim Ansehen des Videos hab ich mir jedenfalls – ohne die geringsten Voruteile gehabt zu haben – gedacht “Um Gottes willen, das Zeugs geb ich gleich wieder zurück ab an der Kassa
”
@Johannes: danke für Deinen Einwand. Ich denke, es sollte beides geben, den Ballon und die Kunsthistorikerin. Ich möchte deren Wissen nicht missen, aber ich finde es auch spannend, andere Zugänge zu Kunstobjekten zu finden. Und da bietet Augmented Reality viele Möglichkeiten.
Bei der BMW-Werbung ging es mir gar nicht um das Auto, sondern um die Ideen, die Fans dazu einzuladen, aktiv zu werden. Solche Konzepte würde ich mir auch im Kunst- und Kulturbereich wünschen, schließlich ist dort häufig von Partizipation die Rede. Wobei ich eine solche Aktion nur als Vorstufe davon betrachten würde, aber immerhin…
Guten Morgen Christian,
stimme zu! Ich glaub, dass doch einer der Gründe, warum diese Überlegungen in vielen Kulturbetrieben noch immer nicht so richtig in Gang kommen, der ist, dass die Kluft noch riesig ist. Auf der einen Seite noch die personelle Betreuung mit der Didaktik des maximal frühen 20. Jahrhunderts, auf der anderen versuchen mich Museen zum (technik-)fremdgesteuerten Besucher zu machen und meinen “modern und professionell” zu sein
Wenn ich physikalisch in einem Museum bin, dann möchte ich auch mit einem Menschen sprechen.
Sitze ich zuhause auf dem Sofa, dann möchte ich im Rechner – elektronisch – möglichst viele Informationen sammeln.
Ich finde das zwischenmenschliche interessanter und schätze es Meinungen zu hören und während der Führung mit anderen auch zwischendurch zu lachen.
Ich habe langweilige und Inspirierende Führungen erlebt – es kommt auf den Menschen an!
@Johannes: wobei man fairerweise sagen muss, dass die Zahl derer, die noch auf die Didaktik des frühen 20. Jh. setzen, immer mehr abnimmt. Abgesehen davon sehe ich keinen Grund, daraus eine entweder-oder-Frage zu machen. Augmented Reality bedeutet ja nur Erweiterung und nicht Abschaffung der Realität.
@Susanne: Das möchte ich in der Regel auch, aber ich würde gerne von den Führungen wegkommen. Das ist wahrscheinlich kein gutes Beispiel, weil da sehr schnell der Eindruck entsteht, es gehe um die Abschaffung von persönlichen Führungen.
Ich sehe Augmented Reality mehr als eine Chance, Ausstellungen zu bereichern durch Inhalte, die nur digital vorhanden sind. Nimm die paar Steine einer Säule aus der Römerzeit, die in einem Museum stehen. Für mich als Besucher kann es dann interessant sein, wenn ich die Möglichkeit erhalte, die Säule bzw. den Tempel als ganzes zu sehen.
Da heißt, ich kann als Museum inhaltlich wesentlich mehr in die Tiefe gehen als das z.B. eine einfache Schautafel erlaubt. Und das Schöne dabei ist: wer nicht will, nutzt das Angebot einfach nicht.
Also mich würde dieses Kasterl nur nervös machen. Wie bereits schon argumentiert wurde, ist für mich als Museumsbesucher das reale Erleben wichtig und in Zeiten wie diesen werden die haptischen Reize wieder einen enormen Stellenwert kriegen, da wir und vor allem die Kinder eh permanent in den Untiefen der virtuellen Welt verschwinden und manchmal abheben und den Bezug zur Realität verlieren. Da brauch ich keinen Ballon und ein ärgerliches Kasterl, das ich vor mir hertrage und alles rund um mich übersehe.
@Andrea: mag alles sein, nur nimmt die Zahl derer, die mit verschiedenen “Kasterln” herumlaufen, permanent zu. Ich gehöre auch nicht zu denen, die ein iPhone besitzen, weil ich nicht den Anspruch habe, immer online zu sein. Nur: wenn ich Marketing betreibe, und darum geht es hier im Blog ja, dann habe ich die Möglichkeit, die Präferenzen meiner Zielgruppe zu ignorieren. Oder ich versuche, auf deren Bedürfnisse einzugehen.
Es steht ja nirgends geschrieben, dass jeder mit so einem Kasten herumlaufen muss. Aber jeder kann, wenn er will…
sind das wirklich die bedürfnisse der zielgruppe? und ich weiß, dass nicht jeder mit dem kastel rumlaufen muss, zweifle gleichzeitig, ob das eine große innovation oder so eine tolle idee ist. denn heute ist eh schon in jedem fuzzimuseum irgendeine digitale installation oder sonst was “geniales”. vor lauter genialität sehnt man sich nach einfachen umsetzungen sinnlicher natur. odr?:-)
@Andrea: Du betreibst ein eigenes Weblog, mit dessen Zugriffszahlen Du recht zufrieden bist, wie Du gesagt hast. Du bist auf Facebook zu finden und vielleicht erinnerst Du Dich noch daran, was Du vor ca. zwei Jahren dazu gesagt hast.
Ob Augmented Reality wirklich den Durchbruch schafft, kann ich nicht vorhersagen, aber ich vermute, dass es dazu beiträgt, dass die Online- und die Offline-Welt zusammenwachsen werden.
Was heißt, mit dem Kastel herumlaufen? Der durchschnittliche Österreicher hat bereits mehr als ein Handy und das iPhone hat sich als Verkaufsschlager erwiesen. Insofern ist das Kastel bereits Realität.
Was nicht heißt, dass man da mitmachen muss. Aber man muss zumindest zur Kenntnis nehmen, dass andere es verwenden.
Es geht mir auch nicht um digitale Installationen, sondern um die digitale Ergänzung dessen, was in einem Museum ganz real zu sehen ist. Wenn Du vor einer Skulptur stehst, dann kannst Du Dein Handy davorhalten und schauen, ob jemand die Skulptur mit AirTags versehen hat, Du kannst aber das Handy auch weglassen und die Skulptur betrachten, so wie man das seit hunderten Jahren schon macht. Es ist Deine Entscheidung als BesucherIn…
Man könnte aber auch Konzepte entwickeln, die zu Hause am eigenen PC funktionieren. Das Beispiel BMW zeigt, was da möglich ist. Ich schaue mir solche Sachen gerne an, weil ich viel dabei lerne und mir Ideen einfallen, die ich dann vielleicht später realisieren kann. Wenn Du damit nichts anfangen kannst, kein Problem…
Mein Kommentar ist nur als kritisches Hinterfragen zu sehen und nicht mehr. Und dass ich prinzipiell sehr aufgeschlossen gegenüber neuen Medien bin, das weißt eh. Wie Du richtig sagst, arbeite ich ja auch damit. Aber manchmal wird es mir zu viel. Und das ist mein Problem….eigentlich ist es gar kein Problem. Ich versuche Nur wenn man’s dazu macht. In diesem Sinne ein schönes Wochenende und übrigens…..ich schätze Deine Einträge sehr:-)
Gern probiere ich neue Medien und da sie jetzt immer wieder neu entwickelt werden, wird mir bestimmt nicht langweilig
. Augmented Reality-Anwendungen reizen mich daher sehr. Es ist nicht zuletzt der “Spieltrieb” der mich als Besucher, ebenfalls animiert, ein Museum mit neuen Augen zu sehen. Ich sehe es als Ergänzung zu dem “normalen” Kulturbetrieb – meinen Lieblingskurator kann er natürlich nicht ersetzen. Die Idee es als Applikation auf meinem IPhone zu bekommen finde ich dazu interessant. BMW hat dieses, verpackt als Spiel, schon vor seiner großen Z4 Kampange herausgebracht. Die Neugier des Konsumenten auf diese Modellüberarbeitung wurde umso mehr gesteigert. Dieses Beispiel zeigt wie wunderbar Kunst und Automobilebranche harmoinieren können. Schlüsselpunkt sind Emotionen die geweckt werden. Warum also das Museum nicht mit neuen Augen betrachten? Letztendlich bestimmt der Besucher selbst seinen Informationsfluss und wie er das Museum erleben möchte. Auch ein App für mein IPhone würde ich gern mit aus der Ausstellung nehmen und Freunden davon berichten.
@Andrea: so habe ich es auch verstanden, insofern kein Problem.
@Susanne: so sehe ich das auch. Letzten Endes muss man selbst entscheiden, was man will. Für mich hängt es z.B. auch von den Inhalten einer Ausstellung ab.
Bei Gemälden möchte ich wahrscheinlich eher nur schauen, während z.B. eine archäologische Ausstellung prädestiniert ist für spannende Tools, die mir Zusatzinformationen anbieten.
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[...] ich vor kurzem im Ideenbörse-Blog einen Beitrag über Augmented Reality-Anwendungen im Museumsbereich schrieb, ergab sich eine ganz interessante Diskussion darüber, ob es überhaupt wünschenswert [...]