Nach einem sehr tiefen und über fünf Monate andauernden Schlaf möchte ich dieses Blog hier gerne wieder zum Leben erwecken. Der Grund, ich bin (natürlich via Twitter) auf diese Seite gestoßen:
Das Queens Museum of Art schenkt seinen mittlerweile mehr als 12.000 Followern freien Eintritt als Dankeschön. Interessant wäre es nun herauszufinden, wie viele Follower dieses Geschenk annehmen.


Hallo Christian,
danke für den Hinweis und die interessante Idee. Eine Idee, die im Hinblick auf das Marketing bestimmt viral wirkt und so jüngere Besucher dem Museum näher bringt. Eine tolle Idee.
Allerdings auch eine Idee, die zunächst nichts einbringt und deshalb etwa bundesdeutschen Museumsträgern schwer zu vermitteln sein dürfte. Denn die werden sich fragen, wann sich diese Einladung positiv auf die Kasse auswirkt.
So sehr ich daran zweifele, dass die Aktion erfolgreich ist, so gut finde ich, dass man austestet, was Twitter etc. Museen und anderen Kultureinrichtungen bringen kann.
Ausserdem: Was in der Web-Community gut ankommt, muss im realen Leben (=Kasse) nicht zwangsläufig auch gut ankommen. Noch sind das zwei Welten, die miteinander nur wenig zu tun haben. Aber das kann ja noch werden, wenn die Web2.0-Aktivisten begreifen, dass es ein Leben außerhalb ihrer Rechner gibt und die Web-Skeptiker (z.B. die Entscheider in den Kulturinstitutionen) lernen, dass die Welt sich auch hinsichtlich ihrer Kommunikationsmedien ändert. Aber das wird noch ein paar Jahre dauern. Bei den einen wie den anderen.
Ich sehe das ähnlich und würde niemandem empfehlen, solche Aktionen zu starten, um die Kasse zu füllen. In diesem Fall spricht das Museum ja auch von einem Dankeschön, womit klar ist, dass die Sache hier genau umgekehrt läuft.
So eine Aktion trägt aber, genau wie Du es schreibst, dazu bei, die Kluft zwischen realer und virtueller Welt zu verkleinern, indem man einfach einen Schritt setzt, um beide Welten zu verknüpfen.
Das ist in meinen Augen bei den meisten Social Media-Aktivitäten von Kultureinrichtungen das große Manko, dass sie es nicht schaffen, diese Distanz zu überwinden. Nur via Facebook darauf hinzuweisen, dass das Programm toll ist, reicht einfach nicht, denn das machen alle anderen auch. Warum sollte ich mich da für genau dieses eine Angebot entscheiden? Will ich das als Kultureinrichtung, dann muss ich Anreize schaffen. Das muss gar nicht unbedingt der freie Eintritt sein, sondern etwas, womit ich die User anspreche und ihnen einen Mehrwert biete. Herauszufinden, worin der Mehrwert bestehen könnte, ist die Aufgabe, vor der Kultureinrichtungen stehen.