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Nicht nur wir hier auf der Ideenbörse machen uns Gedanken darüber, was Kultureinrichtungen machen können, um beim Publikum Punkte zu sammeln. Auf den Online-Seiten von The Stranger, einem ganz interessanten amerikanischen Magazin, habe ich den Beitrag „Ten Things Theaters Need to Do Right Now to Save Themselves“ gefunden.

Darin finden sich zehn Ideen, mit deren Hilfe das Theater überleben könnte, so Brendan Kiley. Angetan hat es mir der zweite Punkt:

„Tell us something we don’t know.“

Statt die meiste Zeit auf alte Stücke zu setzen, fordert Kiley dazu auf, neue Stücke zu spielen:

„Every play in your season should be a premiere—a world premiere, an American premiere, or at least a regional premiere.“

Und alle können dazu beitragen, die Intendanten, die Regisseure, die Schauspieler bis hin zu den Kritikern. Wie sieht es mit Ihnen aus? Wünschen Sie sich auch mehr neue und aktuelle Stücke? Oder können Sie vielleicht sogar ein Theater empfehlen, das sich ganz den zeitgenössischen DramatikerInnen verschrieben hat?

Das ist schon witzig. Da gibt es ein Museum, das die neuen Technologien auf sehr spannende Weise für die Kunstvermittlung einsetzt und eigentlich gar nicht weit entfernt ist. 400 Kilometer etwa, also genau die Distanz von Wien nach Klagenfurt. Und wo erfährt man etwas darüber? In einem Blog aus UK, das sich New Curator nennt und sich mit sehr spannenden Themen beschäftigt, zum Beispiel mit Augmented Reality.

Die Rede ist vom Landesmuseum Kärnten, das den jüngeren BesucherInnen eine High-Tech-Schatzsuche anbietet, aber sehen sie selbst:

Toll gemacht vom Team der Studierstube.

Brooklyn Museum

Jugendliche für einen Museumsbesuch zu begeistern ist eine echte Herausforderung. Meist fällt den Museen nichts anderes ein als ein neues Kunstvermittlungsprogramm. Was aber können Museen überhaupt tun, um Jugendliche in ein Museum zu locken? Nina Simon hat sich schon Ende 2007 auf ihrem Blog Museum2.0 die Frage gestellt, wie denn Membershipprogramme aussehen müssten, um neue Zielgruppen für die Museen zu gewinnen? Einer ihrer Vorschläge lautete damals:

„Provide a peer-to-peer social environment for members.“

Diese Idee versucht seit Jahresbeginn das Brooklyn Museum umzusetzen und bietet mit 1stfans ein Membershipprogramm an, bei dem der Social-Networking-Gedanke im Vordergrund steht:

„Traditionally, museum memberships involve one-way communication between the institution and the donor. With the introduction of 1stfans, (Shelley) Bernstein and (Will) Cary intend to foster free-flowing conversations and relationships between members themselves as well as museum staff and artists“,

schreibt Maryann Devine, der ich diese Entdeckung zu verdanken habe, auf ihrem Blog smARTs & Culture. Wie es sich für die internetaffine Zielgruppe gehört, kann man entweder auf einem Blog nachlesen, worum es bei 1stfans geht. Oder man schaut sich einfach ein paar Videos auf YouTube an. Zum Beispiel dieses hier, das über ein neues Veranstaltungs-Format Target First Saturday berichtet.

Wer an diesen Events teilnehmen möchte, wird 1stfans-Mitglied und bezahlt dafür 20 USD. Nicht viel, denn neben den Offline-Goodies gibt es noch einige Online-Aktivitäten (Flickr, Facebook, Twitter), die den Mitgliedern exklusiv angeboten werden.

Mir gefällt dieser Ansatz, der mich an Adam Thurman erinnert, dessen Grundgedanken ich immer wieder gerne in meinem Kulturmanagement Blog aufgreife (siehe „Die Sache mit dem Content„). Thurman hat in einem Blogpost geschrieben:

„…people don’t want to connect to art . . . they want to connect to other people.“

Das heißt, Kultureinrichtungen sollten den Networking-Aspekt nicht vergessen. Häufig werden zwar Überlegungen angestellt, wie man die einzelnen Mitglieder noch enger an sich binden kann. Aber die Idee, dass sich, wie das Beispiel 1stfans zeigt, die Mitglieder untereinander vernetzen, die ist neu. Mal sehen, wann das erste Museum bei uns ein solches Experiment wagt?

Update: Nina Simon hat auf ihrem Blog Museum2.0 ein Interview mit Shelley Bernstein und Will Cary geführt, das viel mehr in die Tiefe geht als mein Blogpost hier. Sehr lesenswert!

Viele Ideen sind so einfach, dass sie kaum verfolgt werden. Was macht eine Einrichtung sympathisch und vermittelt mir als Besucher das Gefühl, ernst genommen zu werden? Die nähe zu den Machern ist es.

Es gibt z.B. kaum noch Theater, wo die Schauspieler in die Rollen der Getränkeverkäufer, Programmverkäufer, usw., vor und nach der Vorstellung schlüpfen. Die glorreiche Ausnahme bildet z.B. die bremer shakespeare company. Immer wenn ich deren Vorstellung besuche, habe ich die Möglichkeit mit den Schauspielern kurz zu sprechen, um mich zu erkundigen was mich erwartet. Sie stehen an der Kasse, an der Garderobe, verkaufen Getränke und sind immer für Fragen offen.

Mit den Beteiligten zu interagieren ist ein schönes Gefühl. Lässt sich auch sicherlich auf andere Medien ausweiten, wie die Duisburger Philharmoniker uns vormachen. Leider wird viel zu oft der Besucher als, der „mit-unserer-kunst-beglückte“ betrachtet. Das bildet Hemmschwellen und ist für beiden Seiten unnütz.

Museumshalle
© viocat; Pixelio

Eintrittskarten kommen bei kulturellen Einrichtungen in den verschiedensten Größen und Formen vor. Ein Beispiel wären die Aufkleber des Deutschen Historischen Museum oder in standardisierten Größen wie in den meisten Theatern. Die Mehrheit der Museumsnutzer entsorgt die Eintrittskarten nach dem Besuch früher oder später und manche Menschen sammeln diese auch.

Eine Idee sind Eintrittskarten, die gleichzeitig wie Postkarten gestaltet sind. In der richtigen Größe, Informationen über das Haus, einer ansprechenden Gestaltung und einer Fläche zum schreiben kann die Eintrittskarte auch als Postkarte firmieren. Gültig werden sie entweder durch Einstanzung oder Aufstempelung des gültigen Datums.

Dies wäre nicht nur für Einrichtungen mit hohem touristischem Publikum interessant, sondern gibt auch den lokalen Besuchern noch zusätzlich etwas mit auf den Weg.

Autorin: Carolin Kögler (Xing-Profil)

Bis jetzt drehen sich die Blogposts ja hauptsächlich um die kleinen Aufmerksamkeiten, die man dankbar registriert und gerne weiter erzählt. Nun ist das mit dem Erzählen so eine Sache. Erstens muss man dazu ja die entsprechende Gelegenheit haben und zweitens ist nicht jeder ein guter Erzähler.

Wie wäre es denn, wenn Kunst- und Kultureinrichtungen Videos produzieren, die so gut sind, dass die Betrachter sie nicht nur gerne anschauen, sondern auch noch gerne weiterleiten? Schauen Sie sich dieses Video hier mal an, ich hatte es vor längerer Zeit schon mal auf meinem Blog vorgestellt und damals gefragt, wofür da geworben wird. Raten Sie mal. Die Auflösung sehen Sie dann am Ende.

Oder nehmen Sie das hier, einfach mitreissend:

Das habe ich bei Ole Seidenberg wiederentdeckt. Es wär doch toll, wenn „meine“ Kultureinrichtung solche Videos zur Verfügung stellt, die man einfach weiterschicken kann.

Member’s Day

Ein sehr interessantes Angebot, das Museen ihrem Freundeskreis anbieten können, hat das Frankfurter Städel Museum.

Immer wenn das Städel Museum eine größere Ausstellung eröffnet, findet am darauffolgenden Montag der so genannte Member’s Day statt. An diesem Montag ist das Museum nur für die Mitglieder des Freundeskreises geöffnet und sie können sich die Ausstellung in aller Ruhe ansehen. Außerdem sind zahlreiche Kunsthistoriker (vielleicht sind’s auch nur Studenten – auf jeden Fall, sind sie gut geschult) vor Ort, die den Besuchern ganz individuell ihre Fragen zur Ausstellung und zu den Kunstwerken beantworten. (Geöffnet ist meist bis 21 oder 22 Uhr)

Autorin: Ulrike Schmid vom Blog Kultur 2.0

Als ich heute in den Kammerspielen des Theaters Bonn drei Karten für Kalle Blomquist kaufte, überreichte mir die freundliche Dame an der Kasse die Karten nicht nur in einem hübschen Umschlag, sondern gab mir mit den Worten „Damit die Vorfreude des Kleinen noch größer wird“ sogar noch ein hübsches Plakat zur Aufführung dazu. Habe das Plakat sofort in der Wohnung aufgehängt.
So einfach ist Marketing: ein Umschlag, ein kleines Plakat und ein paar freundliche Worte. Da geh ich gerne wieder hin…

Nicht nur dieses Blog hier beschäftigt sich mit der Frage, welche Serviceleistungen Museen ihren BesucherInnen anbieten können. Auch in den USA ist das ein Thema. Auf dem Modern Art Notes Blog geht es gerade um die Frage, welche innovativen Zusatzleistungen Museen ihren Mitgliedern anbieten. Da sind wir hier mit unseren Ideen gar nicht schlecht.

Es gibt schon einige Theater, die Saalpläne auf ihre Internetseiten stellen, z.B. das St. Pauli Theater Hamburg (Saalplan auf der Website und zum Download als pdf)

Das hilft dem Besucher bei der Sitzplatzwahl, wenn er sein Ticket über das Internet bestellt.

Noch einen Schritt weiter geht das Staatstheater Mainz.
Dort kann der Besucher der Internetseite in einer Sitzplatzvorschau genau feststellen, ob er vom gewünschten Sitzplatz aus einen guten Blick auf die Bühne hat.

Ob dann ein „Riese“ vor ihm sitzt, der ihm die Sicht versperrt, sieht er so natürlich nicht ;-)

Der 3D-Rundgang des Staatstheaters Mainz ist technisch bestimmt aufwändiger, einen Saalplan als pdf auf die Internetseite zu stellen sollte mittlerweile eigentlich jedes Theater technisch hinkriegen…

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